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Vergleich zweier Reisestile

Sam (siehe Post von gestern) fand es schade, dass er manchmal nicht mehr Zeit hat um zu verweilen, um z.B. mehr mit den Kulturen vor Ort in Berührung zu kommen. Er hat Sponsoren und Termine, also nicht beliebig viel Zeit. Ich dafür wünsche mir manchmal ein klareres Ziel zu haben für meine Reise, das würde einiges vereinfachen.

So war es sehr spannend unsere beiden Reisestile zu vergleichen und zu merken, dass man nicht beides haben kann. Sam reist schnell, mit Tempo, für einen guten Zweck, mit Laptop, täglichen Blog-Updates (und Twitter-Feed!).

Ich hingegen reise eher ziellos. Habe zwar eine Richtung, aber lasse mich treiben. Erfahre mich selber. Zeit zum nachdenken. Habe viel mehr Chancen spontan zu sein. Zu verweilen oder abzubiegen wann und wo ich will. Das ginge nicht mit einem so klaren Ziel wie er es hat. Es ist ein Teil meiner Reise, dass ich kein Ziel habe, das ist gegeben und es hat Vor- und Nachteile.

Durch das Gespräch mit ihm wurde mir klar, dass ich mit einem klaren Ziel nicht nur gewinnen würde, ich würde auch gewisse Teile meiner Reise verlieren.

 

Ein Tag in Regensburg

Am letzten Samstag hatte ich so ziemlich den Koller. Ich wachte am Morgen auf, hatte keine Lust, weinte. Fühlte mich komisch, alles sinnlos, weg von zuhause, was mache ich überhaupt hier… Es ist schwer das in dem Moment zu sehen, aber das sind die Gefühlstäler von denen ich zuhause immer geredet habe, dass ich sie erleben will. Da hast du sie, Dave!
Das Wetter wollte auch nicht so recht zu meiner Stimmung passen, immer noch strahlend Sonnenschein. Ich fuhr nur ein kurzes Stück von ca. 40 Kilometern und nahm mir vor in Regensburg ein bisschen länger Pause zu machen. Ich war um halb 2 dort und von da an gings aufwärts mit dem Tag.

In der Mitte der Stadt hörte ich, immer noch auf dem Velo, Strassenmusikern zu die Jack Johnson spielten, als mich jemand anspricht und auf einen Kaffee einlädt, ein anderer Fernfahrer, der sich etwas austauschen möchte. Ich war total k.o., wollte nur ins Hostel mich ausruhen und trotzdem hat es gutgetan mit ihm zu sprechen.
Dann bekam ich einen Free Hug (eine Gratisumarmung).
Im Hostel eingerichtet und etwas ausgeruht gings wieder raus an die Sonne, setzte mich zu einer Gruppe Strassenmusikern. Jemand offerierte ihnen ein Bier, ich ging mit dem Typ mit die Biere holen. So lernte ich Marc kennen mit dem ich die nächsten Stunden quatschte.

Am Abend vor dem Ausgang im Hostelzimmer. Es kommt ein Fahrradfahrer hinein. Ich war begeistert. Begannen zu reden. Er fährt von London noch Kenya! Ist auch eben erst gestartet. Es war wundervoll. Wir verbrachten den Abend zusammen und tauschten uns aus. Dieser Verrückte ist ohne Begleitung über den Atlantik gerudert um Geld für ein Kinderheim zu sammeln. Und jetzt geht er es mit dem Velo besuchen. Logisch, oder?